„In Sickenhofen war, wie damals üblich, ab 1596 ein von der Kirche getragener Schulbetrieb urkundlich nachweisbar. Da Hergershausen damals bereits Filialgemeinde von Sickenhofen war, besuchten die Hergershäuser Schulkinder bis 1690 die Schule in Sickenhofen. Ausgelöst durch die gestiegene Zahl der Schüler beschloss der Gemeinderat von Hergershausen, sich von der Schule in Sickenhofen zu lösen. Es entstand die erste eigene Schule in Hergershausen. Die Einrichtung begann damit, dass der Ortsvorstand Hergershausen 1689 mit einem gewissen Johann Georg Ackermann aus Langstadt Verhandlungen aufnahm, der dann am 24.01.1690 vertraglich als Lehrer eingestellt wurde. Als „Schulstube“ diente ein Zimmer im Rathaus.“
Historisches zitiert aus: „Hergershausen – Vom Haufendorf zum Stadtteil“, von Inge und Harald Heckwolf

Dieses Rathaus stand mitten auf dem Dorfplatz, dem „Dalles“. Schulinspektoren bemängelten viele Jahrzehnte die erbärmliche Ausstattung sowie ungeeignete Lage der Schule, bevor sich die Gemeinde zu einem Neubau entschloss.
1908 wurde dann endlich der Neubau in der heutigen Rodgaustrasse eingeweiht. Der Schulneubau verfügte über 3 große Klassenzimmer. Unterbrochen von den Kriegsjahren wurden in diesen Klassenräumen bis zum 10.10.1964 alle Jahrgangsstufen unterrichten. In den weiteren Jahren diente die Schule dann nur noch als Grundschule bis zur 4. Klassenstufe.

Durch einen Zusammenschluss mit der Grundschule in Sickenhofen (1982/82) wuchsen die Schülerzahlen weiter an. Der Kreis entschloss sich  deshalb im Jahr 2005 zu einem Neubau der Grundschule am Ortsrand von Hergershausen. Die neue Schule wurde im November 2007 eingeweiht und das nun leere alte Gebäude, entsprechend einem Nutzungskonzept aus der Dorferneuerung, für ein Dorfgemeinschaftshaus umgebaut.





Hier einige Fakten und Bilder von der Alten Schule Hergershausen.
Erbaut wurde die Schule im Jahre 1908.



Hier eine Festschrift zum 70 jährigen bestehen der Schule zum anschauen und runterladen

Hier einige Bilder aus der Festschrift

 



Im ersten Stock befindet sich eine kleine Sammlung historischer Bilder

     

 

Hier ein Brief aus dem Hessischen Staatsarchiv , eine interessanter Blick zurück nach 1667.



1667 Mai 23

Franckfurt den 23ten May 1667

 

Johann Philippsz Graf zu Hanau (Hanaw), Rieneck und Zweibrücken (Zweybrücken),Herr zu Münzenberg, Lichtenberg und Ochsenstein (Ochszenstein), Erbmarschall und Obervogt zu Straßburg, bekundet, dass er vor 2 Jahren mit Philipps Reinhardt Groschlag von Dieburg (Diepurg) in Streitigkeiten wegen eines von dem Pfarrer zu Sickenhofen (Sickenhoffen) und Hergershausen (Hergerszhauszen) Johann Conradt Nicolai angegebenen Diebstahls und der Absetzung des Pfarrers durch Groschlag geraten, worunter das Pfarrwesen beider Orte sehr gelitten habe und da Groschlags älterer Bruder, Anszhellm Caszimier Groschlag von Dieburg (Diepurg), Deutschordensritter, als Patron die Pfarrei wieder zu bestellen wünscht und deshalb einstweilen Johann Friedrich Reisz nach Hergershausen (Hergerszhauszen) gesetzt und präsentiert hat, dieser Streit nunmehr auf einer Konferenz zu Frankfurt (Franckfurt) am 22. V. unter Zuziehung des Dr. jur. Bernhardt Losze, Rat seines Bruders Graf Friederich Caszimir zu Hanau (Hanaw), Rieneck und Zweibrücken (Zweybrücken) durch beiderseitige Bediente Räte, Advokaten, Amtmann, Sekretäre und Keller beigelegt wird: 1) Die Bestrafung des von seiner Magd dem Pfarrer gegenüber verübten Diebstahls, auf Grund dessen der Pfarrer deren Kleider zurückbehalten, wovon Philips Reinhardt Groschlag einen Rock an sich genommen, bleibt ohne Nachteil für die hohe Obrigkeit des Aussteller zu Sickenhofen (Sickenhoffen) und Hergershausen (Hergerszhauszen), falls die Magd den Rock fordert soll Groschlag sie an die Kanzlei zu Babenhausen (Babenhauszen) verweisen. 2) Die Absetzung des vom Aussteller bestätigten Pfarrers zu Sickenhofen (Sickenhoffen) und Hergershausen (Hergerszhauszen), Johann Conradt Nicolai, war ein unberechtigter Übergriff Groschlags, der durch dessen Tod seine Bedeutung verloren hat, da der Deutschordensritter Anszhelm Casimir Groschlag dies weder gegen das bischöfliche Recht des Ausstellers, noch die evangelische Religionsübung, die Rechte der Examination, Ordination, Bestätigung und Ein- und Absetzung durch den Aussteller anwenden will, 3) Groschlag soll als Patron der Kirche zu Sickenhofen (Sickenhoffen) Kirche, Pfarr- und Schulhaus in gutem Bau halten, die 1577 veräußerten Pfarr- und Glockamtsgüter zurückerwerben zum Unterhalt des Pfarrers, 4) Groschlag verzichtet auf die von seinem + Bruder in der Mark Babenhausen (Babenhauszen) und die darin liegenden Holzbrücken erhobenen Ansprüche, 5) Gegenseitige Übergriffe im Streit werden aufgehoben, 6) Der Aussteller will den ad interim von Anszhelm Casimir Groschlag als Pfarrer und die Schule zu bedienen nach Hergershausen (Hergerszhauszen) gesetzten und vorher dazu in Gelnhausen (Gelnhauszen) geprüften Johann Friederich Reisz, der ihm schriftlich zur Pfarrei Sickenhofen (Sickenhoffen) präsentiert ist, bestätigen, da Groschlag keine Rechte aas diesem Vorgehen ableiten will.

 

Lacksiegel und Unterschriften des Grafen und Anselm Casimir Groschlag. Ausfertigung, Papierheft mit gelbroter Seidenschnur geheftet.